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SCHWARZ

 

Assoziationen:

 

Die hĂ€ufigsten Assoziationen sind Nacht, Finsternis und Schatten. Kurz darauf folgen Höhle, Abgrund, Tiefe und Tod. Schwarze FrĂŒchte sind Holunder,  Schlehe, die schwarze Johannisbeere und die Tollkirsche. Die hĂ€ufigste genannten Tiere sind: Panther, Rabe und KrĂ€he, die Ratte und die schwarze Katze.

Seit der Antike werden die Schwarzafrikaner Nigger, Neger genannt, nach  dem lateinischen Ausdruck fĂŒr Schwarz: niger. Doch diese Bezeichnungen wurden sehr vom Sklavenhandel und der Rassendiskriminierung geprĂ€gt, dass sie heute  nicht mehr gern gehört werden und man sie auch nicht mehr verwenden sollte.

Schwarz gilt auch als angemessene Farbe bei festlich-ernsten Veranstaltung.  Zeitlich nĂ€her natĂŒrlich ist die Erinnerung an die schwarzen Uniformen der SS im  Dritten Reich, die zum Symbol fĂŒr Sadismus und Gewalt in totalitĂ€ren Staaten  geworden sind.

FrĂŒher war schwarz die Kleidung des Alters, heute jedoch zeitlos und vor  allen von jungen Leuten gern getragen, denn Schwarz ist auch eine Farbe des Eros. An sprachlichen Assoziationen werden folgende hĂ€ufig genannt: anschwĂ€rzen, einschwĂ€rzen, Schwarzhandel treiben, schwarze Magie, schwarze Messen  zelebrieren, die schwarze Seele, das schwarze Loch, der schwarze Peter, das schwarze Schaf. Bei diesen Wörtern geht es ursprĂŒnglich um etwas Gutes, dass auf  irgendeine Weise angeschwĂ€rzt wurde oder es geht um den Missbrauch von etwas wertvollen, sogar Heiligen, wie bei der schwarzen Messe.

 

Psychische Wirkung:

 

In der antiken Temperamentenlehre wurde Schwarz als Farbe der Melancholie  bezeichnet, wĂ€hrend die Farbpyramide von Pfister die Farbe mit passiven Einstellungen, wie Hemmung und Blockierung verbindet.

 

Im LĂŒscher-Test bedeutet die Farbe Schwarz Verzicht. Wer in diesem Test  Schwarz an erster Stelle wĂ€hlt, will aus trotzigem Protest verzichten. Wer hingegen Schwarz an achter Stelle wĂ€hlt, was statistisch gesehen am hĂ€ufigsten  vorkommt, will nicht verzichten.

 

Symbolik:

 

Nach LĂŒscher drĂŒckt die Farbe Schwarz die Idee des Nichts aus. Andere  schreiben Schwarz Grenzwerte wie Böses, Mangel des Lebens, zu. Am interessantesten ist die Definition von Heimendahl. Er nennt Schwarz die  “Gegenfarbe des lebensoffenen Weiß, wie in Finsternis verschlossen, wie verkohltes Leben, erscheint es uns als Todesfarbe, aber auch als Farbe der  dunklen Geheimnisse, des Tabu, der Magie”.

 

Urerfahrung:

 

Die starke Wirkung des Schwarz beruht psychologisch auf dem Erlebnis des  Dunkelwerdens, der Nacht, dem damit verbundenen verlöschen aller Farben. So kann Schwarz auf uns positiv, wenn man die Dunkelheit mit Geheimnis verbindet, aber  auch negativ, wenn man darin nur die Finsternis und die damit verbundene Gefahr  erkennt. Es steht auch fĂŒr das Unbewusste, und auch die Assoziation von Tod und Traum. Auch die Urerfahrung mit dem Verbrennungsvorgang, der verkohlt und zerstört, prĂ€gt uns sehr stark.

 

Archetypen:

 

Schwarz ist als Farbe des dunklen Mutterleibes, aber auch der schwarzen  Erde, die Farbe von Fruchtbarkeits- und Muttergöttinen. In Ägypten ist es vor allem die schwarze Isis und Anubis, der schakalköpfige WĂ€chter am Tor der GrĂ€ber. Auch in der christlichen Lehre verehrt man schwarze Madonnen. Schwarz  sind auch die griechischen Unterweltgötter wie Charon, der FĂ€hrmann in die Unterwelt, Hekate, die Greisengöttin. Die Farbe verkörpert natĂŒrlich auch die  Herren des Totenreiches selbst, Hades, Pluto und Cerberus.

Aus indischen Religionen ist uns ein besonderer Kult der Sonnenfinsternis,  der schwarzen Sonne, bekannt. Dort bedeutet es UnglĂŒck, da die Sonne als Lebensspender gilt, der durch die Finsternis verschlungen wird. Das kann man  mit dem Islam und den Buddhismus vergleichen. Auch da wird das verschlingen der Sonne als Unheil angesehen. In China erwartet man sich nach einer  Sonnenfinsternis den Beginn eines neuen Zyklus, also den Beginn einer neuen Ära. Die schwarze Sonne ist also eng verbunden mit der Symbolik der Zeit, die auch  sonst im Archetyp des Schwarz erscheint.

 

Ist Schwarz eine Farbe?

 

Das tiefste Schwarz hat schwarzer Samt, doch noch tieferes Schwarz findet  man im Weltall das absolute Schwarz. Die physikalische Definition fĂŒr absolutes Schwarz ist: ein nicht leuchtender Körper, der alles Licht verschluckt. Auf die theoretische Frage: Ist Schwarz ĂŒberhaupt eine Farbe? gibt es nur eine  theoretische Antwort: Schwarz ist eine unbunte Farbe.

HĂ€ufig wird mit Schwarz Schmutz und Dunkelheit assoziiert. Schwarz ist die  Farbe des Schlechten und der Negation, die alle anderen Farben ins Negative  kehren kann.

 

Das Ende, der Tod

 

Alles endet in Schwarz: verfaultes Fleisch, vermoderte Pflanzen, tote  ZĂ€hne... Wer sich schwarz Ă€rgert, Ă€rgert sich zu Tode. Der Henker und der Sensenmann tragen schwarz. Beide bringen den Tod.

Die Trauerfarbe

Trauer bedeutet sein Äußeres zu vernachlĂ€ssigen, Verzicht auf farbenfrohe  Kleidung und dekorativen Schmuck. In manchen Kulturkreisen galt es als Zeichen  der Trauer sich Haare und Bart abzuschneiden oder sich FingernĂ€gel lang wachsen zu lassen. Hinter all diesen BrĂ€uchen steht der  gleiche Gedanke: Die Trauer um den Toten lĂ€sst das eigene Leben vergessen. Aus der christlichen Farbsymbolik geht hervor, dass Schwarz die Farbe der irdischen Trauer ist, Grau die Farbe des jĂŒngsten Gerichts ist  und Weiß als Farbe der Auferstehung gilt. Daraus folgt: Die Kleidung der Trauernden ist schwarz, die der Toten jedoch weiß, denn diese sollen auferstehen. FĂŒr Menschen mit weißer Hautfarbe ist Weiß die Freudenfarbe,  fĂŒr andere jedoch gilt Weiß als Trauerfarbe. Hiermit wird genauso wie bei der schwarzen Trauerkleidung, der Verzicht auf Eitelkeit zum Ausdruck gebracht. Weiß ist vor allem bei den Völkern Trauerfarbe, bei  denen Schwarz als Farbe der Fruchtbarkeit gilt. Im alten Ägypten war gelb die Farbe der Trauer, denn Gelb symbolisierte das ewige Licht.

 

Die negativen GefĂŒhle

 

FrĂŒher hieß es, dass Melancholiker schwarzes Blut hĂ€tten. Noch heute werden negative GefĂŒhle mit Schwarz assoziiert. In England ist ein “black look” ein  böser Blick. Wer lacht, wenn es anderen graust, wen Verbrechen, Krankheit und Tod amĂŒsieren, der hat einen schwarzen Humor.

 

Schmutz und Gemeinheit

 

Ein schwarzer Kragen ist ein schmutziger Kragen. Genauso schmutzig sind  schwarze HĂ€nde und schwarze FĂŒĂŸe. Es gibt eine sprachliche Verwandtheit zwischen  schwarz und dem lateinischen sordidusĂą, was so viel heißt wie schmutzig, gemein, niedertrĂ€chtig. In England und Amerika gilt eine schwarze Kugel (blackball) als geheime Ablehnung.  Wenn man z.B.: einem Club beitreten will dann stimmen alle Mitglieder in einer geheimen Wahl darĂŒber ab. Wenn man dafĂŒr ist, wirft man eine weiße Kugel, wenn  man dagegen ist, eine schwarze.

 

Die Farbe des UnglĂŒcks

 

An einem schwarzen Tag geschieht das Unheil. An den Börsen sind die  schwarzen Tage vorzugsweise an einem Freitag. Am 24. September 1869, ein Schwarzer Freitag, brach der Amerikanische oldmarkt zusammen. Z. B.: Schwarzer Peter. Wer zum Schluss die schwarze Karte hat, ist der Verlierer. Schwarze Tiere gelten als UnglĂŒcksbringer z.B.: schwarze  KrĂ€hen oder schwarze Katzen. Ebenso alte Frauen, da diese meistens schwarz  tragen. Als Verkörperungen des UnglĂŒcks gelten der UnglĂŒcksrabe und der Pechvogel. Pech wurde zum Symbol des UnglĂŒcks, weil es pechrabenschwarz ist. Im Englischen  wird das Glatteis “black ice” genannt. Der Glaube, dass der Kaminfeger GlĂŒck bringt, wurde Ende des 19. Jahrhunderts von den Kaminfegern selbst eingefĂŒhrt. Er wurde zum Symbol des  guten Anfangs.

 

Die Farbe der Geistlichkeit

 

Die Kutten der Mönche der ersten Orden waren noch aus ungefĂ€rbter Wolle,  eher grau. Um das Jahr 1000 wurden die Ordensfarben festgelegt. Grau, Braun und Schwarz. Dies waren die einfachen Farben. Die Wolle der Kutten sollte nicht nur naturschwarz  sein, sondern musste auch noch zusĂ€tzlich kĂŒnstlich gefĂ€rbt werden. Auch die braunen und  grauen Kutten wurden extra noch mal gefĂ€rbt. Schwarz fĂ€rben war teurer als grau oder braun zu fĂ€rben - Schwarz wurde zur beliebtesten Farbe der  Mönchsorden.

 

Das Verschwinden der Farbe

 

In der Mitte des 15. Jahrhunderts brach die Farbigkeit des Mittelalters  zusammen. Der Adel reservierte die leuchtenden Farben fĂŒr sich und die armen Schichten mussten die dunklen, unreinen Farben tragen. Farbe bedeuteten Macht. Doch der Adel wurde Ă€rmer  und das BĂŒrgertum durch Handel reicher. Sie ließen sich die Farben ihrer  Kleidung vom Adel nicht mehr vorschreiben und von nun an bedeuteten Farben Reichtum. In der Malerei wurden die Symbolfarben durch RealitĂ€tsfarben ersetzt. Die  RealitĂ€t sah dĂŒster aus. Der “Schwarze Tod” (Die Pest) wurde als Strafgericht Gottes  angesehen. Um die Eitelkeit, die damals TodsĂŒnde bedeutete, zu verbergen, trug man schwarz.

 

SchönfÀrber und SchwarzfÀrber

 

SchönfĂ€rber und SchwarzfĂ€rber gab es im Mittelalter. Die SchönfĂ€rber fĂ€rbten die leuchtenden, teuren Farben, die nur fĂŒr teure Stoffe verwendet wurden. Manchmal wurde aber billiger Stoff durch fĂ€rben mit teuren Farben  aufgewertet. Daher stammt die Redensart “Das ist nur SchönfĂ€rberei”. Mit der Entdeckung Amerikas entdeckte man auch das FĂ€rbemittel fĂŒr das schönste Schwarz “Blauholz”. Ein Grund dafĂŒr, warum Schwarz immer beliebter wurde.

 

Luthers schwarzer Taler:

 

Die fromme Bescheidenheit der Protestanten zeigte sich in ihrer schmucklosen schwarzen Kleidung. Die einheitlich schwarze Kleidung wurde zum Symbol der Protestanten, wobei das Schicksal nicht mehr durch den Stand der  Geburt bestimmt ist. Dieser Taler wurde zur Tracht aller bĂŒrgerlichen  AutoritĂ€ten. Der schwarze Luthertaler ist noch heute die festliche Amtskleidung von  BĂŒrgermeistern und die offizielle Berufskleidung der Richter.

 

Die Farbe der IndividualitÀt und der Abgrenzung:

 

Die IndividualitĂ€t wird durch Schwarz dargestellt. Es wirkt abgrenzend. Es verleiht außerdem WĂŒrde oder zumindest Unnahbarkeit. Der Gegensatz zu schwarz ist rosa. Die hautĂ€hnliche Farbe lĂ€sst den Eindrucke von Nacktheit und  Hilflosigkeit entstehen. Als Farbe der Abgrenzung ist schwarze Kleidung bei allen Gruppen populĂ€r, die sich jenseits der Massen anpassen wollen.

 

Die BrÀute trugen schwarz:

 

BrĂ€ute trugen schwarze Kleider, nur der Schleier war weiß. Da das  Brautkleid nur einmal im Leben getragen werden sollte, war das frĂŒher Verschwendung und solcher Luxus war unvorstellbar.

 

Das schöne Schwarz Afrikas:

 

Schwarz ist dort die schönste Farbe. In den Flaggen und Wappen  afrikanischer Staaten ist schwarz die Farbe des Volkes. Es symbolisiert Selbstbewusstsein der unabhĂ€ngig gewordenen Staaten. Das Freiheitssymbol der  Afrikaner ist der schwarze Stern (fĂŒnfzackig).

 

IllegalitÀt und Anarchie:

 

Das Attribut Schwarz verweist auf Verbote. (Schwarzhandel,  Schwarzfahren...) Schwarze Listen sind Listen von unerwĂŒnschten Personen. Es ist auch die Farbe der geheimen Organisationen, die gegen herrschende Rechte  agiert. Der schwarze Stern ist ein Symbol der Anarchisten.

 

Die faschistischen Ideale:

 

Schwarz und Rot sind die Grundfarben der Bedrohung, der StĂ€rke und  BrutalitĂ€t. Als Farbe einer faschistischen Bewegung tauchte Schwarz 1919 in Italien auf. Ihr Kennzeichen war ein schwarzes Hemd. Das Schwarz war fĂŒr den  gleichmacherischen Effekt, dadurch konnte jeder sich wenigstens optisch als gleichberechtigtes Mitglied der Organisation fĂŒhlen.

 

Schwer, eng und hart:

 

Schwarz gestrichene RĂ€ume wirken kleiner als weiß gestrichene. Schwarze  Möbel wirken im positiven Fall reprĂ€sentativ und im negativen beengend. Ein Beispiel geistert durch die Literatur: Ein amerikanisches Unternehmen, dessen Arbeiter ĂŒber zu schwere Kisten, die  sie tragen mussten, klagten (diese waren dunkel), strich sie weiß. Dann kamen keine Klagen mehr. Diese Kisten wurden als weiß viel leichter  empfunden.

 

Anmerkung:

 

Solche “Beweise” kommen angeblich immer aus Amerika. Und mehr ist ĂŒber  solche Experimente nie zu erfahren. Amerika scheint fĂŒr ManipulationsglĂ€ubige noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein. Tricks, die hier jeder durchschaut, werden dort zu wissenschaftlicher Wahrheit. Die Amerikaner rĂ€chen  sich, sie publizieren diese Beweise menschlicher Dummheit unter dem Hinweis: “in  Europa bewiesen”.

 

Schwarz

 

Schwarz ist die Farbe des Saturn, der eng mit Zeit und Schicksal verbunden  ist. Schwarz ist auch der Zahl 8 zugeordnet, die die Erneuerung eines Zeitzyklus bedeutet. Im christlichen Mittelalter ist Schwarz das Zeichen fĂŒr das Böse. Im MĂ€rchen sind die schwarzen Figuren immer die Verwunschenen die erlöst  werden mĂŒssen. In der Alchemie stellt Schwarz das Stadium der Nigredo dar, Nigredo ist das  erste Stadium des alchemistischen Opus. Schwarz in Volksbrauch und Aberglauben:

Die Unheimlichkeit, Dunkelheit und Stille der Nacht war fĂŒr primitives Denken durch die TĂ€tigkeit böser Geister bedingt und bot auch den Raum fĂŒr ihr  Wirken.

 

Der Tod wird vom Volk vielfach als langer schwarzer Mann gesehen, der  Nachts am Fenster des Hauses lehnt wĂ€hrend ein Mensch in ihm stirbt.

 

Die menschliche Seele erscheint oft in Gestalt eines schwarzen  Seelentieres, wie z.B. eines schwarzen Hundes.

 

Im Schadenzauber finden Teile von schwarzen Tieren Verwendung.

 

Die abwehrende Kraft dieser Farbe verleiht ihr ihre rolle als Schutzfarbe  gegen DĂ€monen und Geister.

 

Bei Geburt, Hochzeit und Tod glaubten sich die Alten dem Einfluss der bösen  Geister besonders ausgesetzt und des Abwehrzaubers bedĂŒrftig.

 

Durch ihren Bezug zu bösen Geistern, zu Tod und Sterben schreibt man der  schwarzen Farbe Unheil verkĂŒndenden Charakter zu.

 

Als Todesboten galten frĂŒher vor allem Raben, KrĂ€hen und Eulen.

 

Der Archetyp des Schwarz in unserer Zeit:

 

Unsere Gegenwart hat einen Hang zum Dunklen.

Schwarz ist auch die Farbe dunkler Geheimnisse.

Die moderne Tiefenpsychologie hat das VerdrĂ€ngte als den Bestandteil einer  jeden Psyche neu entdeckt: in TrĂ€umen erscheint es hĂ€ufig symbolisiert in schwarzen Gestalten, Tieren oder GegenstĂ€nden.